Sommer, Sonne, Hautprobleme? Die 4 brennendsten Fragen unserer Kundinnen

Veröffentlicht am 13. Juni 2026 um 00:18

Sommerzeit ist Genusszeit! Doch während wir die warmen Tage in Altdorf geniessen, läuft unsere Haut auf Hochtouren. Als Skin Coach höre ich in der Praxis momentan täglich dieselben Fragen. Egal ob 18 oder 60 – hier sind die ehrlichen Antworten für deine gesunde Sommerhaut.

1. „Bekomme ich von Sonnencreme nicht total unreine Haut und Pickel?“

Die Antwort vom Skin Coach:

Nicht unbedingt! Es kommt natürlich immer ganz darauf an, was für eine Sonnencreme du zu Hause hast. Es gibt heute viele verschiedene Konsistenzen und ganz unterschiedliche Arten von UV-Filtern. Wenn du im Sommer viel unterwegs bist, etwas Leichtes suchst oder das Gefühl hast, dass deine Haut gerade selbst sehr aktiv ist (also schneller glänzt oder schwitzt), dann empfehle ich dir ein leichtes Fluid oder ein Gel.

Viele Kundinnen haben das Gefühl, dass die Kombination aus ihrer normalen Tagescreme und einer zusätzlichen Sonnencreme viel zu schwer auf dem Gesicht liegt. Mein Profi-Tipp für den Sommer: Leg deine klassische Tagespflege in den warmen Monaten einfach mal zur Seite!

Wähle stattdessen eine moderne Sonnencreme, die bereits pflegende Wirkstoffe integriert hat. Deine Sommer-Routine sieht dann ganz einfach aus:

1. Reinigung

2. Serum (für den Feuchtigkeits-Kick)

3. Sonnencreme (als direkter Schutz und Tagespflege in einem)

Im Sommer geht es tagsüber vor allem darum, dass wir die Haut vor der Sonne schützen. Dafür kannst du dir für den Abend eine schöne, regenerierende Nachtcreme gönnen. So hast du die perfekte Aufteilung: Am Tag der volle Schutz, in der Nacht die tiefe Regeneration.

 

2. „Hilfe, plötzlich habe ich braune Flecken im Gesicht! Was ist das?“

Die Antwort vom Skin Coach:

Keine Sorge, das fühlt sich oft nur so an, als kämen sie von heute auf morgen! Umgangssprachlich nennen wir sie Pigmentflecken oder Pigmentverschiebungen. Was man aber wissen muss: Nicht alle Verfärbungen haben denselben Ursprung und nicht alle sehen gleich aus. Wenn man nicht vom Fach ist, kann man das kaum selbst entscheiden. Meistens stecken dahinter diese vier Hauptursachen:

1. Die Sonne & die Sünden der Vergangenheit: Die Haut vergisst nie, was man ihr antut! Stell dir die Haut wie ein Fass vor, das sich im Laufe des Lebens immer weiter mit Wasser füllt. Wenn du mit 2 oder 12 Jahren einen Sonnenbrand hattest und mit 20 vielleicht noch mit schweren Bräunungsölen in der Sonne lagst, schädigst du die Haut jedes Mal ein bisschen mehr. Irgendwann läuft das Fass über – und die Quittung kommt oft erst Jahre später in Form von Flecken zum Vorschein.

2. Die Hormone: Sehr häufig entstehen diese Pigmentierungen hormonbedingt, zum Beispiel während oder nach einer Schwangerschaft.

3. Die Genetik: Manchmal ist es schlichtweg genetisch bedingt und im DNA-Material deiner Zellen verankert – je nachdem, welcher Hauttyp du bist. Da kannst du selbst gar nichts dafür.

4. Nach Entzündungen (Pickelmale): Besonders bei dunkleren Hauttypen sehen wir oft, dass nach einer abgeheilten Entzündung – zum Beispiel einem weggedrückten Pickel – eine dunkle Verfärbung zurückbleibt.

Wenn im Sommer die Sonne scheint und es heiss wird, werden die Zellen, die für diese Farbe (das Melanin) verantwortlich sind, erst recht aktiv. Deshalb steht an allererster Stelle ein konsequenter Schutz mit Lichtschutzfaktor 50. Und zwar auch dann, wenn es bewölkt ist oder du im Büro sitzt! UV-Strahlen machen nicht vor Glas halt; sie dringen durch die Fensterscheibe im Büro, im Fitnessstudio oder im Auto.

Das können wir im Institut und zu Hause dagegen tun:

 Jetzt im Sommer bei mir im Institut: Hier arbeiten wir wunderbar mit einer leichten Mikrodermabrasion. Dabei tragen wir ganz sanft die obersten, bereits verfärbten Hautschüppchen ab, was für eine sofortige, schöne Aufhellung sorgt.

 Für deine Heimpflege: Zu Hause setzen wir auf spezielle Wirkstoffe, die das Enzym Tyrosinase hemmen – also die Entstehung von neuem Melanin stoppen – und gleichzeitig bestehende Flecken sanft aufhellen.

 Im Herbst & Winter: Sobald die Sonne nachlässt, starten wir die intensiveren Behandlungen. Dann können wir hervorragend mit gezielten chemischen Peelings arbeiten, um die Flecken tiefenwirksam verblassen zu lassen.

 

3. „Meine Haut spannt trotz Hitze, aber meine Wintercreme ist viel zu schwer. Was nun?“

Die Antwort vom Skin Coach:

Ganz klarer Rat: Die Wintercreme gehört wirklich nur in den Winter! Wir müssen hier verstehen, wie unsere Haut biologisch funktioniert. Eine Wintercreme ist reich an Lipiden (Fetten) und dickflüssiger. Sie ist dafür gemacht, deine Haut wie ein Schutzmantel vor eisiger Kälte draussen und trockener Heizungsluft drinnen zu schützen.

Sobald es aber wärmer wird und die Temperaturen steigen, passiert etwas Wunderschönes: Unsere Hautzellen, der Stoffwechsel und der gesamte Körper erwachen wie aus dem Winterschlaf! Die Durchblutung regt sich an, die Zellen sind aktiv und die Haut fängt an, sich selbst zu versorgen. Sie produziert von Natur aus mehr Schweiss und eigene Lipide (Fette). Zusammen mit unseren natürlichen Feuchtigkeitsfaktoren bildet das die perfekte Barriere, die deine Haut vor äusseren Einflüssen schützt.

Wenn deine Haut im Sommer also schon von selbst genug Fett produziert, braucht sie keine schwere Creme von aussen mehr. Im Gegenteil: Sie würde darunter ersticken. Deshalb gilt bei mir: Herbst/Winter und Frühling/Sommer sind zwei völlig verschiedene Pflegeroutinen! Im Sommer unterstützen wir die Haut in ihrer eigenen, aktiven Funktion. Wir geben ihr Feuchtigkeit, aber kein schweres Fett. Wir arbeiten jetzt mit leichten Seren und einem flüssigen Sonnenfluid.

Aber Achtung – ein ganz wichtiger Skin-Coach-Hinweis:

Wenn du im Sommer auf eine leichtere Pflege umsteigst und plötzlich das Gefühl hast, das „reicht deiner Haut nicht“, dann liegt das Problem meistens ganz woanders! Wenn die Haut trotz Feuchtigkeit permanent spannt, ist oft die Hautbarriere beschädigt. Stell dir das vor wie ein leckes Dach: Es ist dann völlig egal, wie viel Wasser du trinkst oder wie viel Feuchtigkeit du von aussen zuführst – die Feuchtigkeit verdampft einfach aus der Haut. Wenn das bei dir der Fall ist, müssen wir ganz woanders ansetzen. Im Institut haben wir ganz tolle Möglichkeiten, um deine Hautbarriere gezielt wiederherzustellen, damit sie das Wasser wieder von alleine speichern kann.

Und noch ein kleiner Tipp fürs Portemonnaie:

Wenn du jetzt, Mitte Jahr, immer noch deine Wintercreme im Badezimmer stehen hast, frage ich dich: Wann hast du sie gekauft? Wenn das im September oder Oktober war, sollte eine Creme nach spätestens vier Monaten regelmässiger Nutzung aufgebraucht sein. Erstens, weil Cremes nach dem Öffnen ein Ablaufdatum haben und an Wirkung verlieren. Und zweitens wäre es doch super schade für dein Portemonnaie und das tolle Produkt, wenn es ungenutzt im Schrank schlecht wird!

 

4. „Reicht die Sonnencreme in meinem Make-up nicht völlig aus?“

Die Antwort vom Skin Coach:

Machen wir es kurz: Nein, leider nicht. Eigentlich gibt es im klassischen Make-up gar keine echte Sonnencreme. Ein Make-up hat primär die Aufgabe, dein Hautbild optisch auszugleichen, Rötungen, kleine Fältchen oder Äderchen (Kapillaren) zu kaschieren.

Zwar haben viele Foundations heute einen Lichtschutzfaktor von 15 oder 20, aber das ist für einen echten Sommertag schlichtweg zu wenig. (Immerhin: LSF 15 ist natürlich besser als gar nichts!). Dieser Schutz kommt meistens nicht von echten UV-Filtern, sondern von Inhaltsstoffen, die eigentlich für die Deckkraft zuständig sind und den Schutz nur als „Zusatzaufgabe“ mitbringen. Wenn dein Make-up zum Beispiel Titandioxid, Zinkoxid oder Talkum enthält, sind das physikalische Filter, die sich auf die Haut legen. Sie sorgen für die optische Ebenmässigkeit, bieten aber keinen vollwertigen Sonnenschutz.

Eine kleine Ausnahme ist ein rein mineralischer Puder: Wenn du diesen über den Tag verteilt immer wieder regelmässig auffrischst, ist der Schutz tatsächlich etwas besser. Aber Hand aufs Herz: Wer möchte und kann im Alltag schon alle zwei Stunden den Puder nachlegen, wenn man gerade arbeitet oder unterwegs ist? Das ist im echten Leben einfach unpraktisch.

Und was ist mit Vitamin D?

Viele Frauen sagen mir, sie nutzen weniger Schutz, damit der Körper noch Vitamin D produzieren kann. Die Wahrheit ist: Es reicht völlig aus, wenn du morgens 10 Minuten lang die Sonne auf deinen Rücken scheinen lässt. Das kurbelt die körpereigene Produktion perfekt an – dafür musst du nicht deine Gesichtshaut riskieren!

Mein Experten-Rat:

Hab keine Angst vor „zu viel“ Schutz. Nimm im Sommer einfach dein leichtes Sonnenfluid anstelle der Tagescreme, und arbeite danach ganz entspannt mit deinem gewohnten Make-up oder Mineralpuder darüber. So bleibt deine Routine einfach, alltagstauglich und deine Haut ist rundum sicher geschützt.